Unsortiertes von A bis Z


- Menschen in Europa sterben unnötig qualvoll
- Friedwälder - Bestattung unter Bäumen
- Halloween - Die Rückkehr der Toten
- Vom Umgang mit Trauer und Schmerz - Erfahrungen in Irland
-
Lebenserwartung - Warum leben Frauen länger?
- "Fass das tote Tier nicht an!" - die Angst vorm Leichengift
- Lopön Tsechu Rinpoche verstorben
- Phowa - Buddhistische Übungen zum "Bewussten Sterben"
- Überlebenskampf der Roboter
- Sterben üben - Loslassen und einlassen
- Der Sterbeprozess aus buddhistischer Sicht: Der Bardo des Sterbens
- Wenn Sterne sterben
- Totengedenken in Mexiko - Mit den Toten schmausen
- Gedanken zum Schwangerschaftsabbruch
- Videobotschaften auf dem Friedhof
- Virtuelle Friedhöfe - Trauer und Gedenken im Internet






    Wenn Sterne sterben, leuchtet der Himmel


Geburt, Sterben und Tod ist im All ebenso selbstverständlich wie auf der Erde. In unserer Galaxie, der Milchstraße, werden in dichter Nachbarschaft Sterne geboren und sterben einen spektakulären Tod. Für Wissenschaftler ist die Nähe dieser für uns so gegensätzlich empfundenen Ereignisse nicht verwunderlich, denn beide sind eng miteinander verwoben. Neue Sterne entstehen dort, wo sich große Gaswolken unter ihrem eigenen Gewicht zusammenziehen und die nukleare Verbrennung zündet. Schon bei der Geburt entscheidet sich, wie ein Stern stirbt. Ein schwerer Stern verbraucht seinen Brennstoff viel schneller als ein leichterer Stern. Nach wenigen Millionen Jahren hat er sein Lebensende erreicht und explodiert. Und der restliche Wasserstoff seiner Hülle steht wieder für die nächste Sternengeburt zur Verfügung.

Wenn ein schwerer Stern in einer Supernova-Explosion endet, schleudert er gewaltige Mengen an Materie und Energie ins All. Noch nach Tausenden von Jahren, ist dieses Ereignis für uns sichtbar: Wenn Sterne sterben leuchtet der Himmel...

Mich berühren und beeindrucken die Bilder von Supernova-Resten immer wieder aufs Neue. Sie präsentieren Sterben und Tod auf eine Weise, die so anders ist als das, was wir in der Regel dazu denken und fühlen.



Link-Tipp

Astronomische Bilder von Supernovaresten
nebst vielen anderen - sehenswerten - Astrobilder



Gabriele Helmert, MS 2003

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WHO: In Europa sterben Menschen unnötig qualvoll

Nach Erkenntnissen der Weltgesundheitsorganisation sterben in Europa viele Menschen unter vermeidbaren Qualen.
Kritisiert wurde in einer am 22.07.2004 vorgestellten WHO-Veröffentlichung, dass die Pflege Sterbender "in den meisten Ländern im Großen und Ganzen vernachlässigt" wird. Die WHO mahnte dringend, die sogenannte Palliativpflege als Kernstück der Gesundheitsversorgung auszubauen. Vor allem die Früherkennung und Frühbehandlung von Schmerzen und anderer Beschwerden bewirke einen dramatischen Unterschied in der Lebensqualität sowohl der Sterbenden als auch ihrer Angehörigen. Auch gehe es darum, Behinderung, Angst und Niedergeschlagenheit zu bewältigen und die Familienmitglieder sowie die Pflegenden zu unterstützen.



Link-Tipps

"Menschen sterben unnötig qualvoll"
Presseerklärung der WHO zu den Palliativpflege-Studien

Die WHO-Studien (engl., pdf-Format) finden Sie hier:
Palliative care: the solid facts
Better palliative care for older people


Weitere Informationen (bzw. zurück)
Palliativpflege
Schmerzen
Morphine




Gabriele Helmert, MS 2003

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Vom Umgang mit Trauer und Schmerz -
Erfahrungen in Irland

Im Internet gibt es viele Seiten, die Eltern für Ihre verstorbenen Kinder gemacht haben. Die Seiten erzählen vom Leben und Sterben dieser Kinder und von der Trauer ihrer Eltern. uf einer dieser Seiten fand ich eine Erfahrung beschrieben, die eine für uns Deutsche ungewöhnliche Art und Weise beschreibt, mit Tod und Trauer umzugehen. Mich hat sie sehr beeindruckt:

Gabriele Gérard: Das Zimmer meines Sohnes
(Auszug, gekürzt)

"Dort - unter den Fotos - hängt auch die kleine Gedächtnistafel, die die Universität mir im Oktober 2000 anlässlich einer feierlichen Verabschiedung der Studenten, die das Semester beendet hatten, überreichte. Eine wunderschöne, ergreifende Geste. Die Universität hatte mich eingeladen und ich flog mit meinem Mann und einer Freundin zu dieser Zeremonie für 24 Stunden nach Dublin und wir nahmen in der erwürdigen Kirche St. Ann's Church an einem denkwürdigen Ereignis teil,

Presented in loving memory of Florin Gérard
Student of Psychology
American College Dublin 1999 - 2000
May He Rest in Peace

Donald E. Ross President - October 5, 2000.

(...) Jeder einzelne Student wurde verabschiedet, Reden wurden gehalten und ganz zum Schluß wurde ich aufgerufen. Es wurde eine kleine Laudatio für Florian gehalten, manchmal schien die Stimme des Redners zu ersticken, aber dann war sie wieder fest. Florian wurde als ein besonders begeisterter und begabter Student gewürdigt, ...."a student with great potential"...er wäre mit Sicherheit ein guter Psychologe geworden...
Und dann wurde ich nach vorn gerufen und mußte alleine durch dieses lange Kirchenschiff gehen - Schritt für Schritt und kein Laut war in der Kirche zu hören und alle sahen mich an und ich ging - wie in Trance - ich ging für Florian, er nahm mich an der Hand, anders hätte ich diesen Weg, den einsamsten Weg, den ich jemals gegangen bin, nicht schaffen können. Wir gingen ihn gemeinsam: mein toter Sohn und ich als seine Mutter! Seit er mir genommen wurde, habe ich sein Leben hinzubekommen. Dies gab mir die Kraft, nur dies allein.
Die Tafel, aus massivem Holz, wog schwer auf dem Gang zurück zu meinem Platz - und die Menschen klatschten. Dies Klatschen tat weh. Ich verstand es nicht, fand es nicht passend, hätte mir gewünscht, sie hätten sich von ihren Plätzen erhoben und einen Moment geschwiegen.

(...) Dann war die Zeremonie beendet, ich hatte ihr nicht mehr folgen können. Die Honoratioren verließen - den Fahnenträgern folgend - ihre Plätze und nun folgte einer der bewegendsten Momente meines Lebens: Diese Honoratioren, Professoren, Diplomaten, ein Bischof - sie alle reihten sich ein vor meiner Bank und sie alle gaben mir die Hand und drückten ihr Mitgefühl und Beileid aus - eine Geste, die mich vor Rührung kaum auf den Füßen hielt... Ich wurde umarmt von Diplomaten aus aller Welt, der Bischof versprach, für Florian und mich zu beten... Ich wurde als Mutter geehrt, man erwies mir und meinem Schicksal Respekt, eine unglaublich liebevolle, schöne Geste.
Und dann folgte die Stunde der Mütter: Als ich meine Bank verließ, um mich in den Strom der Menschen einzureihen, die nun schwatzend, sich umarmend und glücklich die Kirche verließen, trat die erste Frau an mich heran. Sie nahm mich wortlos in ihre Arme, schaute mir tief und fest in die Augen und ich sah ihren Schmerz, ihr Mitgefühl. "We are all mothers - wir alle sind Mütter "....Und dann kam die nächste und drückte meine Hand und wischte eine Träne weg und sagte mir, wie stolz Florian sei, dort , von wo er immer auf mich niedersieht. Und: "You are so brave, my God, you are such a brave woman!" Viele Gesichter, viele Hände waren um mich und ließen mich aus der tiefen Erstarrung aufwachen und auftauen - nein, ich war nicht mehr allein unter diesen Menschen.

(...) Der Umgang mit Trauer und Schmerz scheint hier zu einem Leben dazuzugehören, ich habe in Irland keine Sprachlosigkeit und Wortlosigkeit erlebt, die mich hier so oft schmerzt!"





Gabriele Helmert, MS 2003

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Lopön Tsechu Rinpoche

ist in am 10. Juni 2003 verstorben.


"Lopön Tsechu Rinpoche wurde 1918 in Bhutan geboren. Er ist heute einer der wenigen großen Meditationsmeister, die eine vollständige und umfassende Ausbildung im alten Tibet erhalten haben. Der 16. Gyalwa Karmapa war einer seiner wichtigsten Lehrer. Aufgrund seiner sich über mehrere Jahrzehnte erstreckenden großen Aktivität gilt Lopön Tsechu Rinpoche als eine Schlüsselfigur für den Zusammenhalt der unterschiedlichen buddhistischen Gemeinschaften in Nepal und der gesamten Himalaya-Region."
[Quelle]



Link-Tipps

Lopön Tsechu Rinpoche
Nachruf von Lama Ole Nydahl

Thanks to Lopön Tsechu Rinpoche I

Lopön Tsechu Rinpoche: Der Bardo des Sterbens
Der Sterbeprozess aus buddhistischer Sicht. (2000, Heft 30 anklicken)

Lopön Tsechu Rinpoche: Der Bardo des klaren Lichts
(2000, Heft 31 anklicken)



Gabriele Helmert, MS 2003

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"Fass das tote Tier nicht an!" -
die Angst vorm Leichengift...

Ist es Ihnen auch so ergangen wie mir als Kind?! Da liegt ein totes Tier im Gras und weckt Mitgefühl und Neugier. Aber nur so lange bis ein Erwachsener dazukommt und mit angewidertem Blick davor warnt, jemals ein totes Tier anzufassen! Und dann wird man schleunigst zum nächsten Waschbecken geschickt, um mit viel Seife das LEICHENGIFT abzuwaschen. Leichengift! Brrrr. Wie das schon klingt! Unangenehm. Und gefährlich!

Dass es Leichengift gibt, daran habe ich nie gezweifelt. Bis ich dann vor einiger Zeit auf der Seite eines Bestattungsunternehmens lese: "Ein Leichengift im eigentlichen Sinne des Wortes gibt es nicht." Und weiter: "Für den Umgang mit der Leiche gilt: Eine Schadwirkung infolge Hautkontakt oder Einatmung aufgrund von Leichengift ist auszuschließen."

Erstaunt suche ich nach weiteren Informationen und finde auf der Seite der Universität Mainz: "Es gibt kein Leichengift." Heißt das, ich kann meinem Sohn erlauben, tote Tiere anzufassen? Nun, das scheint wohl ganz davon abzuhängen, wie lange der Verwesungsprozess schon im Gange ist, denn: "Nach Eintritt des Todes kommt es allerdings zu einer Besiedlung des Leichnams mit Bakterien. Ein Teil dieser Bakterien ist für den Menschen gefährlich, weil sie Krankheiten hervorrufen können, ein anderer Teil produziert Gifte (Toxine), die schwere, unter Umständen auch tödliche Vergiftungen hervorrufen können." (Uni Mainz)

Auch wenn ich über drei Jahrzehnte an "Leichengift" geglaubt habe - ich habe selten ein totes Tier einfach liegen lassen. Wenn immer es möglich war, habe ich ihm - begleitet von ein paar guten Wünschen - eine "letzte Ruhestätte" gegeben. Und anschließend habe ich mir halt die Hände "gut" gewaschen... Dank der neuen Informationen kann ich die "Tierbestattungen" nun meinem Sohn überlassen. (Im Augenblick noch - er ist knapp acht - unter Aufsicht ;-) Mir gefällt, wenn Kinder tote Lebewesen nicht achtlos liegen lassen möchten. Und ich finde es gut und wichtig, wenn Kinder in ihrem Alltag Kontakt zum Tod als Teil des Lebens aufnehmen können.


Quellenhinweise
Bestattungsunternehmen Langschmidt
Universität Mainz/Rechtsmedizin



Gabriele Helmert, MS 2003

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Beerben Sie sich doch selbst...

"Beerben Sie sich doch selbst, wenn Sie wiedergeboren werden" - mit diesen schmackigen Worten wirbt der "Verein für Reinkarnation" um Mitglieder. Er sieht sich selbst als "seriöses Institut", das seinen KlientInnen eine "ganz normale Dienstleistung" anbietet: Die Verwaltung ihres Nachlasses bis zu ihrer erneuten Inkarnation auf dieser Erde. Na, wenn das nichts ist! Da würde es sich ja mal wirklich lohnen, ein Leben lang dem schnöden Mammon nachzurennen und sich vornehmlich mit materiellem Reichtum zu beschäftigen. Schließlich wartet ja ein nächstes Leben in Saus und Braus! Oder zumindest ein Übernächstes - je nachdem wie viel Geld und Gut man anhäufen möchte, um sich darauf auszuruhen.

Was die Wiedergeborenen tun müssen, um als ihre eigenen "rechtmäßigen" Erben anerkannt zu werden - vielleicht müssen sie ja in Anlehnung an buddhistische Traditionen ihr Lieblingsauto wiedererkennen oder das Lieblingskettchen - dazu verrät der Verein auf seiner Seite leider nichts. Nur, dass die rechtliche Problematik schwer in den Griff zu bekommen war und dass diese Dienstleistung nur bei gegenseitigem Vertrauen angenommen werden kann.

Vertrauen - ein in diesem Zusammenhang interessanter Aspekt. Was mich anbelangt, vertraue ich lieber dem Leben als derartigen Versprechungen. Vertraue darauf, dass ich in jedem Leben das ernte, was ich irgendwann einmal gesät habe und halte es für sinn- und heilvoller, mich um das zu bemühen, was raum- und zeitlose Freude bringt. Mögen alle Wesen glücklich sein!


"Verein für Reinkarnation"
...selbst auf der Website hapert's mit der Navigation ;-)))



Gabriele Helmert, MS 2003

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Ist die Lebenserwartung Schicksal?
oder  Warum leben Frauen länger?


Frauen werden fast überall auf der Welt älter als Männer. In Deutschland beispielsweise werden Frauen durchschnittlich 80 Jahre alt, Männer dagegen nur 73 Jahre. Warum das so ist, darüber gibt es verschiedene Hypothesen, aber keine allgemeingültige Erklärung.

Oft ins Feld geführt wird, dass die Geschlechtshormone das Leben der Männer verkürzen. Dass das männliche Geschlechtshormon Testosteron zum einen aggressiv macht, was mit Stress, höherer Risikobereitschaft und Unfällen einhergeht. Und zum anderen den Energieumsatz des Mannes in die Höhe treibt, wodurch Stoffwechselvorgänge im Körper beschleunigt werden. Es sieht so aus, als wäre der Energieumsatz des Mannes in dem Maße gegenüber der Frau erhöht, wie seine Lebenserwartung niedriger ist. Stoffwechselphysiologen sind der Ansicht, dass zwar beide Geschlechter gleich viel Energie verbrauchen, der Mann jedoch seine Ressourcen sehr viel schneller "verheizt".

Neben physiologischen Ursachen für das längere Leben der Frauen, weisen andere Untersuchungen auf den Umstand hin, dass Männer ihren körperlichen und seelischen Bedürfnissen oft nicht die erforderliche Aufmerksamkeit zukommen lassen und bei gesundheitlichen Störungen zu spät Hilfe in Anspruch nehmen. Was zu einem Punkt führt, den die Wissenschaft sieht und der dem gesunden Menschenverstand längst bekannt ist: Die Lebenserwartung - von Männern und Frauen! - wird auch von der Grundeinstellung der Einzelnen bestimmt. So fanden beispielsweise Wissenschaftler der Brown University in einer groß angelegten Studie heraus, dass starke feindselige Einstellungen gegenüber anderen Menschen oder bestimmten Umständen das Risiko einer koronaren Herzerkrankung deutlich mehr erhöhen als ein hoher Alkohol- oder Zigarettenkonsum.


Wie bei allem im Leben kommt es eben nicht nur darauf an, was man (mitgebracht) hat, sondern auch darauf, was man daraus macht. Die Einstellung zu sich selbst, zu anderen und zum Leben allgemein und die daraus resultierende Art und Weise mit sich, mit anderen und mit seinem Leben umzugehen, nimmt Einfluss auf die Anzahl der Lebensjahre. Und was in meinen Augen noch wichtiger ist: auf ihre Qualität...



Linktipp

Frauen leben länger - warum?
Von "Quarks & Co" im Rahmen der Sendung "Wie wir sterben".



Gabriele Helmert, MS 2003

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Loslassen und einlassen - Sich im Sterben üben...

"Übe dich im Sterben" sollen Sokrates letzte Worte gewesen sein. Und eben diesen Rat geben LehrerInnen verschiedenster spiritueller Traditionen ihren Schülerinnen und Schülern. Üben heißt, etwas so lange zu wiederholen, bis es zufriedenstellend oder sogar sehr gut funktioniert. Unseren Körper können wir jedoch nur ein Mal endgültig verlassen. Wie also sollten wir uns im Sterben üben?

Ein Mensch, der stirbt, muss alles loslassen. Sein physisches, sein emotionales, sein mentales und sein soziales Zuhause. Ein Mensch der stirbt, muss sich einlassen. Auf eine weitgehend ungewisse Zukunft.

In diesem Sinne üben wir uns mit jedem Loslassen und neu Einlassen auch im Sterben. Zum einen üben wir uns in der Haltung des Loslassens und des Einlassens. Zum anderen machen wir uns mit jedem "kleinen Loslassen" das "große Loslassen" leichter. Denn jede Kränkung, jedes (vermeintliche) Versagen, jeder unerfüllte Wunsch, jedes zu viel oder zu wenig gesagte Wort - alles, was wir uns und anderen nachtragen, anstatt es loszulassen, macht nicht nur unser Leben, sondern auch unser Sterben schwerer.

Der Jahresanfang ist eine gute Gelegenheit, "inneren Ballast" loszulassen, denn wir sind damit groß geworden, mit der Jahreswende immer auch einen Neuanfang zu verbinden.
Nehmen Sie sich die Zeit, noch einmal auf die vergangenen 12 Monate zurückzublicken und stellen Sie sich vor, wie sich im Licht der ersten Tage des neuen Jahres, schmerzende Erinnerungen und Gefühle, überholte Gewohnheiten, Verbindungen und dergleichen mehr auflösen und wie es dabei immer lichter und heller in Ihnen und um Sie herum wird.

Loslassen ist ein guter und ein notwendiger (Jahres-)Anfang. Loslassen ist Voraussetzung dafür, sich auf etwas Neues einlassen zu können. Was auch immer dieses Neue sein mag, das da wartet...



Gabriele Helmert, MS 2003

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Mit den Toten schmausen...

Im November locken die Konditoreien in Mexiko mit einer besonderen Süßigkeit: Calvaderas - kleine essbare aus Zucker und Schokolade modellierte Totenschädel, die die Namen ihrer potentiellen Käufer auf der Stirn tragen. Ein makabrer Scherz? Mitnichten! Mexiko feiert "Los Días de los Muertos", der Toten Gedenktage.

Auf öffentlichen Plätzen, in Parkanlagen, auf Märkten und in den Läden werden "Ofrendas" errichtet, kleine Altäre mit allerlei Gaben für die Verstorbenen, die zum "Familienfest" geladen sind. Hier findet sich neben den Schokoladen- und Zuckerguss-Totenschädeln auch das "Pan de muertos", ein süßen Totenbrot aus Hefeteig. Aber auch Kürbis, Zuckerrohr und was immer sonst noch die Verstorbenen zu Lebzeiten mochten, türmen sich auf den Gabentischen. Schließlich möchte man es den Besuchern aus dem Jenseits so angenehm wie möglich machen.

Wenn die Dämmerung hereingebrochen ist, erstrahlen die Friedhöfe plötzlich in einem Lichtermeer von weißen Kerzen. Und überall stehen und sitzen Menschen. Alle sind herbeigeströmt, um "die Familie zu besuchen". Man hört liturgische Gesänge, Rosenkranzgebete und fröhliche Gespräche. Alle haben zu Essen und zu Trinken mitgebracht, was ihre verstorbenen Verwandten zu Lebzeiten am liebsten hatten. Gemeinsam lassen sie es sich schmecken, philosophieren über den Ursprung des Lebens, Gedenken der Toten und feiern das Leben. Nicht wenige bis zum Anbruch des neuen Tages...


Link-Tipp

[Mit Nonchalance dem Tod begegnen. Totengedenken in Mexiko.]



Gabriele Helmert, MS 2003

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Überlebenskampf der Roboter

Es klingt wie Science Fiction. Ist es aber nicht. Am 15. November soll ein Experiment fortgesetzt werden, das letzte Woche im Magna Science Adventure Park im englischen Yorkshire begonnen hat. In einer 95x20x9 Meter großen, umzäunten Arena bemühen sich zwei Arten von Robotern um Energie für ihre "Fortpflanzung". Während die "Lichtfresser" mit Hilfe ihrer Räder, Motoren, Infrarotsensoren und ihrem "Gehirn" aus künstlichen neuronalen Netzen auf der Suche nach Lichtquellen sind, sind die ebenso ausgestatteten "Energieräuber" auf der Suche nach den Lichtfressern, denen sie mit einer Art Antenne ihre Energie abzuzapfen versuchen.

Der Kampf der Roboter soll ohne menschliche Eingriffe ablaufen, damit die "Lichtfresser" und die "Energieräuber" aus ihren eigenen Erfahrungen lernen. Die Forscher möchten herausfinden, ob auf diese Weise komplexe Jagd- und Fluchtstrategien entstehen. "Am Anfang werden sich die Verfolger möglicherweise gegenseitig ausradieren, um an die Beute zu kommen", so der Projektleiter Noel Sharkey gegenüber "BBC News". Im fortgeschrittenen Stadium des Experiments hält es der Informatiker der Sheffield University jedoch für möglich, dass sich die Verfolger im organisieren und gemeinsam im Rudel jagen.

Als Reality-Show für Jung und Alt wird die "Living Robot Show" vermarktet. Wie groß das Interesse am evolutionären Wettrüsten der Roboter ist, wie viele Menschen Spaß daran finden, Jäger und Gejagte live zu beobachten, wird sich zeigen. Ein Blick auf das alltägliche Fernsehprogramm lässt den Schluss zu, dass es Jung und Alt ansprechen wird. Schließlich sind es ja nur Maschinen, die da um ihr Überleben kämpfen. Und außerdem ist es ja ein wissenschaftliches Experiment. Mit dem letztendlichen Ziel, Roboter zu entwickeln, die sich auch in einer feindlichen Umwelt zurechtfinden. Zum Beispiel auf einem anderen Planeten. Bleibt die Frage, welche Roboterart dereinst in fremden Welten unsere Vorhut sein wird. Aber da die unbekannte Umgebung als "feindlich" angesehen wird, erübrigt sich die Frage - fürchte ich...


Link-Tipps

[The Living Robots Show] (unter living robots)
[Das Wettrüsten der Biobots - DIE ZEIT]



Gabriele Helmert, MS 2003

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Halloween - Die Rückkehr der Toten?!

Ist es so, dass sich nach keltischem Glauben am Abend vor Allerheiligen - "all hallows" (Alle Heiligen) und "evening" (Abend) - die Verstorbenen auf die Suche nach einem lebendigen menschlichen Körper machen? Und dass sich darum nach keltischem Brauch die Lebenden verkleiden und lärmend umherziehen, um die Toten zu vertreiben? Wohl kaum.
Diese weitverbreiteten Erklärungen zu Halloween sind eher auf christliche (und inzwischen auch kommerzielle) Umdeutungen eines alten, in der Tat keltischen Festes zurückzuführen: Samhain. Samhain galt als der letzte Tag des Sommers und der letzte Tag des keltischen Jahres und wurde dementsprechend gefeiert.

Die Kelten kannten lediglich zwei Jahreszeiten. Samhain lag zwischen dem Jahrestag (Sommer) und der Jahresnacht (Winter). Dieses "Dazwischen" ermöglichte es nach keltischem Glauben den Toten, an den Ort ihres früheren Lebens zurückzukehren.
Um die Verstorbenen zu ehren, aber vermutlich auch um sie abzuhalten, Schaden an Haus und Bewohnern anzurichten, wurden für sie in dieser Nacht Speisen und Getränke bereit gestellt. Und damit kein Lebender den Toten begegnete und im brüchigen Zeitgefüge auf der "anderen Seite" landete, gingen alle an diesem Tag früh zu Bett...


Linktipp:

[Halloween]
Geschichten, Bräuche, Rezepte, Party-Ideen, Clip-Arts u.a.m.



Gabriele Helmert, MS 2003

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Videobotschaften auf dem Friedhof

London (dpa) - Geht es nach dem kalifornischen Erfinder Robert Barrows, ist es mit der Friedhofsruhe bald vorbei: Barrows hat einen Grabstein mit Computermonitor zum Patent angemeldet, über den Verstorbene zu Friedhofsbesuchern sprechen können.
Der Grabstein enthält einen Computer, der die Videobotschaft des Toten gespeichert hat. Strom soll das elektrische Grabmal aus dem Lichtnetz des Friedhofs beziehen, wie das britische Magazin «New Scientist» (Nr. 2455, S. 21) vom kommenden Samstag berichtet. Bedient wird der Computer mit einem berührungsempfindlichen Monitor, ähnlich wie beim Kauf für Fernzugkarten am Automaten.
Barrows stellt sich vor, dass künftige Käufer ihr Video zusammen mit ihrem Testament beim Anwalt hinterlegen. Ob es sich dabei nur um die eigene Lebensgeschichte handelt oder um reißerische Indiskretionen, bleibt dem Kunden überlassen. Barrows ist nicht der erste, der elektronische Grabsteine erfunden hat. So gibt es laut «New Scientist» unter anderem in den USA ein Modell, dass etwa die Fotosammlung des Verstorbenen zeigen kann. Ein Erfinder in Italien hat 2001 einen Grabstein-Prototyp auf einem kleinen Friedhof in der Nähe von Piacenza aufgestellt, der Videos über den Verstorbenen zeigt. Um die Friedhofsruhe zu retten, oder wenigstens das Video des Nachbargrabs nicht zu stören bietet Barrows Modell auch drahtlose Kopfhörer an.

© dpa - Meldung vom 08.07.2004 12:47 Uhr



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