Unsortiertes


- Wenn Sterne sterben, leuchtet der Himmel
- "Fass das tote Tier nicht an!" - die Angst vorm Leichengift
- Totengedenken in Mexiko - mit den Toten schmausen
- Halloween - die Rückkehr der Toten
- Videobotschaften auf dem Friedhof



Wenn Sterne sterben, leuchtet der Himmel

Geburt, Sterben und Tod ist im All ebenso selbstverständlich wie auf der Erde. In unserer Galaxie, der Milchstraße, werden in dichter Nachbarschaft Sterne geboren und sterben einen spektakulären Tod. Für Wissenschaftler ist die Nähe dieser für uns so gegensätzlich empfundenen Ereignisse nicht verwunderlich, denn beide sind eng miteinander verwoben. Neue Sterne entstehen dort, wo sich große Gaswolken unter ihrem eigenen Gewicht zusammenziehen und die nukleare Verbrennung zündet. Schon bei der Geburt entscheidet sich, wie ein Stern stirbt. Ein schwerer Stern verbraucht seinen Brennstoff viel schneller als ein leichterer Stern. Nach wenigen Millionen Jahren hat er sein Lebensende erreicht und explodiert. Und der restliche Wasserstoff seiner Hülle steht wieder für die nächste Sternengeburt zur Verfügung.
Wenn ein schwerer Stern in einer Supernova-Explosion endet, schleudert er gewaltige Mengen an Materie und Energie ins All. Noch nach Tausenden von Jahren, ist dieses Ereignis für uns sichtbar: Wenn Sterne sterben leuchtet der Himmel...

Mich berühren und beeindrucken die Bilder von Supernova-Resten immer wieder aufs Neue. Sie präsentieren Sterben und Tod auf eine Weise, die so anders ist als das, was wir in der Regel dazu denken und fühlen.

Link-Tipp Astronomische Bilder von Supernovaresten
nebst vielen anderen - sehenswerten - Astrobildern.

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"Fass das tote Tier nicht an!" - die Angst vorm Leichengift...
Ist es Ihnen auch so ergangen wie mir als Kind?! Da liegt ein totes Tier im Gras und weckt Mitgefühl und Neugier. Aber nur so lange bis ein Erwachsener dazukommt und mit angewidertem Blick davor warnt, jemals ein totes Tier anzufassen! Und dann wird man schleunigst zum nächsten Waschbecken geschickt, um mit viel Seife das LEICHENGIFT abzuwaschen. Leichengift! Brrrr. Wie das schon klingt! Unangenehm. Und gefährlich!
Dass es Leichengift gibt, daran habe ich nie gezweifelt. Bis ich dann vor einiger Zeit auf der Seite eines Bestattungsunternehmens lese: "Ein Leichengift im eigentlichen Sinne des Wortes gibt es nicht." Und weiter: "Für den Umgang mit der Leiche gilt: Eine Schadwirkung infolge Hautkontakt oder Einatmung aufgrund von Leichengift ist auszuschließen."
Erstaunt suche ich nach weiteren Informationen und finde auf der Seite der Universität Mainz: "Es gibt kein Leichengift." Heißt das, ich kann meinem Sohn erlauben, tote Tiere anzufassen? Nun, das scheint wohl ganz davon abzuhängen, wie lange der Verwesungsprozess schon im Gange ist, denn: "Nach Eintritt des Todes kommt es allerdings zu einer Besiedlung des Leichnams mit Bakterien. Ein Teil dieser Bakterien ist für den Menschen gefährlich, weil sie Krankheiten hervorrufen können, ein anderer Teil produziert Gifte (Toxine), die schwere, unter Umständen auch tödliche Vergiftungen hervorrufen können." (Uni Mainz)
Auch wenn ich über drei Jahrzehnte an "Leichengift" geglaubt habe - ich habe selten ein totes Tier einfach liegen lassen. Wenn immer es möglich war, habe ich ihm - begleitet von ein paar guten Wünschen - eine "letzte Ruhestätte" gegeben. Und anschließend habe ich mir halt die Hände "gut" gewaschen... Dank der neuen Informationen kann ich die "Tierbestattungen" nun meinem Sohn überlassen. (Im Augenblick noch - er ist knapp acht - unter Aufsicht ;-) Mir gefällt, wenn Kinder tote Lebewesen nicht achtlos liegen lassen möchten. Und ich finde es gut und wichtig, wenn Kinder in ihrem Alltag Kontakt zum Tod als Teil des Lebens aufnehmen können.

Quellenhinweise:
Bestattungsunternehmen Langschmidt
Universität Mainz/Rechtsmedizin

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Mit den Toten schmausen...
Im November locken die Konditoreien in Mexiko mit einer besonderen Süßigkeit: Calvaderas - kleine essbare aus Zucker und Schokolade modellierte Totenschädel, die die Namen ihrer potentiellen Käufer auf der Stirn tragen. Ein makabrer Scherz? Mitnichten! Mexiko feiert "Los Días de los Muertos", der Toten Gedenktage.
Auf öffentlichen Plätzen, in Parkanlagen, auf Märkten und in den Läden werden "Ofrendas" errichtet, kleine Altäre mit allerlei Gaben für die Verstorbenen, die zum "Familienfest" geladen sind. Hier findet sich neben den Schokoladen- und Zuckerguss-Totenschädeln auch das "Pan de muertos", ein süßen Totenbrot aus Hefeteig. Aber auch Kürbis, Zuckerrohr und was immer sonst noch die Verstorbenen zu Lebzeiten mochten, türmen sich auf den Gabentischen. Schließlich möchte man es den Besuchern aus dem Jenseits so angenehm wie möglich machen.
Wenn die Dämmerung hereingebrochen ist, erstrahlen die Friedhöfe plötzlich in einem Lichtermeer von weißen Kerzen. Und überall stehen und sitzen Menschen. Alle sind herbeigeströmt, um "die Familie zu besuchen". Man hört liturgische Gesänge, Rosenkranzgebete und fröhliche Gespräche. Alle haben zu Essen und zu Trinken mitgebracht, was ihre verstorbenen Verwandten zu Lebzeiten am liebsten hatten. Gemeinsam lassen sie es sich schmecken, philosophieren über den Ursprung des Lebens, Gedenken der Toten und feiern das Leben. Nicht wenige bis zum Anbruch des neuen Tages...

Linktipp: Mit Nonchalance dem Tod begegnen. Totengedenken in Mexiko.

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Halloween - Die Rückkehr der Toten?!
Ist es so, dass sich nach keltischem Glauben am Abend vor Allerheiligen - "all hallows" (Alle Heiligen) und "evening" (Abend) - die Verstorbenen auf die Suche nach einem lebendigen menschlichen Körper machen? Und dass sich darum nach keltischem Brauch die Lebenden verkleiden und lärmend umherziehen, um die Toten zu vertreiben? Wohl kaum.
Diese weitverbreiteten Erklärungen zu Halloween sind eher auf christliche (und inzwischen auch kommerzielle) Umdeutungen eines alten, in der Tat keltischen Festes zurückzuführen: Samhain. Samhain galt als der letzte Tag des Sommers und der letzte Tag des keltischen Jahres und wurde dementsprechend gefeiert.
Die Kelten kannten lediglich zwei Jahreszeiten. Samhain lag zwischen dem Jahrestag (Sommer) und der Jahresnacht (Winter). Dieses "Dazwischen" ermöglichte es nach keltischem Glauben den Toten, an den Ort ihres früheren Lebens zurückzukehren.
Um die Verstorbenen zu ehren, aber vermutlich auch um sie abzuhalten, Schaden an Haus und Bewohnern anzurichten, wurden für sie in dieser Nacht Speisen und Getränke bereit gestellt. Und damit kein Lebender den Toten begegnete und im brüchigen Zeitgefüge auf der "anderen Seite" landete, gingen alle an diesem Tag früh zu Bett...

Linktipp:

Halloween
Geschichten, Bräuche, Rezepte, Party-Ideen, Clip-Arts u.a.m.

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Videobotschaften auf dem Friedhof
London (dpa) - Geht es nach dem kalifornischen Erfinder Robert Barrows, ist es mit der Friedhofsruhe bald vorbei: Barrows hat einen Grabstein mit Computermonitor zum Patent angemeldet, über den Verstorbene zu Friedhofsbesuchern sprechen können.
Der Grabstein enthält einen Computer, der die Videobotschaft des Toten gespeichert hat. Strom soll das elektrische Grabmal aus dem Lichtnetz des Friedhofs beziehen, wie das britische Magazin «New Scientist» (Nr. 2455, S. 21) vom kommenden Samstag berichtet. Bedient wird der Computer mit einem berührungsempfindlichen Monitor, ähnlich wie beim Kauf für Fernzugkarten am Automaten.
Barrows stellt sich vor, dass künftige Käufer ihr Video zusammen mit ihrem Testament beim Anwalt hinterlegen. Ob es sich dabei nur um die eigene Lebensgeschichte handelt oder um reißerische Indiskretionen, bleibt dem Kunden überlassen. Barrows ist nicht der erste, der elektronische Grabsteine erfunden hat. So gibt es laut «New Scientist» unter anderem in den USA ein Modell, dass etwa die Fotosammlung des Verstorbenen zeigen kann. Ein Erfinder in Italien hat 2001 einen Grabstein-Prototyp auf einem kleinen Friedhof in der Nähe von Piacenza aufgestellt, der Videos über den Verstorbenen zeigt. Um die Friedhofsruhe zu retten, oder wenigstens das Video des Nachbargrabs nicht zu stören bietet Barrows Modell auch drahtlose Kopfhörer an.

© dpa - Meldung vom 08.07.2004 12:47 Uhr

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