Palliativmedizin und Palliativpflege
Der Mensch im Mittelpunkt, nicht die Krankheit
Während der uns vertraute,
kurative Therapieansatz auf die Krankheit zielt,
den Menschen heilen will und dabei zum Teil
erhebliche Nebenwirkungen und eine Einschränkungen
seiner Lebensqualität in Kauf nimmt, stellt die
Palliativmedizin den Menschen und sein
Wohlbefinden in den Mittelpunkt. Sie will
Patienten mit einer unheilbaren, weit
fortgeschrittenen Erkrankung und begrenzter
Lebenserwartung durch geeignete Maßnahmen zur
bestmöglichen Lebensqualität verhelfen. Dazu
gehört die Linderung von Beschwerden wie zum
Beispiel Schmerzen, Atemnot, Übelkeit und
Erbrechen, psychischer und spirituellen Beistand
sowie die Unterstützung der
Angehörigen.
Die Palliativmedizin ist aus
der Hospizbewegung hervorgegangen. Sie bejaht das
Leben und sieht das Sterben als einen normalen
Prozess an. Der Tod soll weder beschleunigt noch
hinauszögert werden.
Die Zahl
palliativmedizinisch spezialisierter Einrichtungen
– ambulante wie stationäre - nimmt in den letzten
Jahren stetig zu, reicht aber bei weitem noch
nicht aus, um den Bedarf zu decken. Darüber hinaus
bleiben Patienten nicht selten mögliche Hilfen
versagt, weil Ärzte und Angehörige die Adressen
Palliativer Einrichtungen in ihrer Umgebung nicht
kennen.
Palliativstationen
Palliativstationen
sind Abteilungen eines Krankenhauses, in denen
körperliche Beschwerden und damit verbundene
psycho-soziale Probleme unheilbar erkrankter
Menschen behandelt werden. Darüber hinaus ist in
vielen Fällen eine spirituelle Begleitung möglich.
Ziel ist ein möglichst schmerz- und
beschwerdefreier Zustand des Patienten, der ihm
ermöglicht, sich wieder seinem Leben zuzuwenden.
Ist dieser Zustand erreicht, kann die Behandlung
beendet werden.
Zur Zeit gibt es etwas 50
Palliativstationen in Deutschland, deren Personal
über einschlägige Kenntnissen und Erfahrungen in
der Palliativmedizin und Palliativpflege verfügen
muss. Unterstützt wird ihre Arbeit in der Regel in
großem Umfang durch ambulante Hospizdienste.
Ambulante
Palliativdienste
Ambulante
Palliativdienste ergänzen die Grund- und
Behandlungspflege der ambulanten Pflege- und
Hospizdienste. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt
in der Überwachung der Schmerztherapie und
Symptomkontrolle. Darüber hinaus gehören die
Übernahme spezieller palliativpflegerische
Maßnahmen, die psychosoziale Betreuung der
Patienten und ihrer Angehörigen sowie
sozialrechtliche Beratung und Hilfestellung zu
ihrem Angebot.
Ambulante Palliativdienste
verfügen über ein palliativmedizinisch geschultes
hauptamtliches Team und ehrenamtliche Mitarbeiter.
Sie sind zur Kooperation mit Hausärzten,
Palliativstationen, schmerz-therapeutischen
Einrichtungen und Krankenhäusern
verpflichtet.
Link-Tipps
Adressverzeichnis
Umfangreiche, stetig aktualisierte Liste von ambulanten und stationären Hospiz- und Palliativeinrichtungen.
Wegweiser Hospiz und Palliativmedizin
Adresssuchmaschine Deutschland, Texte zu Hospizarbeit und Palliativmedizin.
Deutsche
Gesellschaft für Palliativmedizin
Arbeitskreise, Stellungnahmen
zu aktuellen Themen, Veranstaltungen,
Veröffentlichungen, Buchempfehlungen,
Literaturübersichten.
Palliative
Dienste
Zur Entwicklung
der palliativen Dienste in
Deutschland.
Aus- und
Weiterbildung
Angebote
der Akademie für Palliatiavmedizin,
Palliativpflege und Hospizarbeit für Ärzte,
Pflegende, Therapeuten, Seelsorger und
Sozialpädagogen.
SUPPORT
Ein niedersächsisches Projekt zur
Verbesserung der ambulanten palliativmedizinischen
Betreuung, das trotz zahlreicher Auszeichnungen
vor dem Aus steht.
European
Association for Palliative Care
Stellungnahmen, Publikationen,
Kongresse, Mitglieder und Arbeitsgruppen der
Europäischen Vereinigung für
Palliativmedizin. (engl.)
Nahrungsverweigerung
Informationen für Angehörigen, Betreuer und Pflegende von alten dementen Menschen,
die Essen und Trinken verweigern, insbesondere wird über PEG-Sonden und deren Auswirkungen auf das Leben der
Betroffenen berichtet.
(c) Gabriele Helmert, Münster 2002ff.