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Feierlich Abschied nehmen
Virtuelle Friedhöfe
Können Sie sich vorstellen nach Ihrer Einäscherung an den Wurzeln eines Baumes Ihre "letzte Ruhe" zu finden?
In der Schweiz ist diese Form der Bestattung vielen Menschen möglich. In Deutschland gibt es
aufgrund des Friedhofszwang bislang nur zwei "Friedwälder". Einer davon und gleichzeitig
der erste wurde vor genau einem Jahr bei Kassel eröffnet. Doch wie es aussieht, werden
weitere folgen.
Die Idee zur "Baumbestattung" stammt vom Schweizer Ueli Sauter, der 1993 - noch illegal -
den letzten Wunsch seines Freundes erfüllte und dessen Asche kurzerhand in der Natur begrub.
Dabei entstand in ihm die Vorstellung, einen Wald des Friedens, mit Bäumen als Grabsteinen,
zu schaffen - einen so genannten Friedwald. Inzwischen gibt es in dem kleinen Alpenstaat 30
Friedwälder.
Zwei Möglichkeiten der Baumbestattung gibt es. Man kann sich einen Baum aussuchen, der bereits
im Wald steht. Oder man lässt vom Förster einen neuen pflanzen. Die zweite Möglichkeit ist
"baumfreundlicher", weil dabei neben dem frisch gepflanzten Baum ein Loch gegraben wird, in das
ein Rohr und später die Urne (biologisch abbaubar) gesetzt wird. Auf diese Weise können die
Wurzeln um das Rohr herumwachsen und werden für die Bestattung nicht beschädigt.
Und was kostet eine Baumbestattung? Für 3.350 Euro ist ein Baum - nach dem Eintrag ins
Baumregister und ins örtliche Grundbuch - für 99 Jahre als Grab- bzw. Familiengrabbaum
gepachtet. Er wird vermessen und sein genauer Standort in eine Karte eingetragen, damit die
Grabstätte in jedem Fall wiedergefunden werden kann. Sollte der Baum einem Sturm, Blitzschlag
oder Waldbrand zum Opfer fallen, wird er ersetzt. Nicht jedoch, wenn er eines natürlichen
Todes stirbt...
In Deutschland gibt es noch immer viele GegenerInnen einer alternativen Bestattungskultur.
Häufig werden hygienische Bedenken genannt: bei einer Urnenbestattung schlichtweg unbegründet.
Ein vor allem von christlicher Seite immer wieder angeführtes Argument lautet, dass die
Gesellschaft dafür Sorge zu tragen hat, dass der Verstorbene unabhängig (!) von seinem Willen
und dem seiner Hinterbliebenen würdig bestattet wird. Aber was ist eine "würdige" Bestattung
und was eine "würdige" letzte Ruhestätte?
Der Baum als Lehrer
TAZ-Artikel von Sandra Sachs über die Friedwald-Idee
und ihre Anhänger.
Friedwald Deutschland
Der Name "Friedwald" ist
markenrechtlich geschützt. Auf dieser Seite stellen sich die FriedWald GmbH und der Verein Friedwald
Deutschland e.V. vor. Mit vielen Infos zum Thema.
"Wider den Friedhofszwang"
Plädoyer von Dr. jur. Tade Matthias
Spranger für die Aufhebung des Friedhofszwangs bei Feuerbestattungen.
(c) Gabriele Helmert, Münster 2001ff.